StartseiteGesundheitHaarausfall bei Hunden – was tun?
Hund Haarausfall

Wenn dem Hund die Haare ausfallen…

Haarausfall bei Hunden: Wenn ein Hund plötzlich, außerhalb des normalen Fellwechsels, viel mehr Fell verliert als sonst, ist die Besorgnis groß.

Erfahren Sie, welche Ursachen Haarausfall bei Hunden haben kann, welche Behandlungsmöglichkeiten es für Haarausfall beim Hund gibt und wie Sie vorbeugen können.

 

Normaler oder schon krankhafter Haarausfall?

Der Haarausfall beim Fellwechsel ist völlig normal und bedeutet keinen Grund zur Sorge. Meist tritt dieser im Frühjahr und im Herbst auf, wenn sich draußen die Temperaturen ändern. Da hilft dann nur abzuwarten und den Hund regelmäßig zu bürsten. Manche Hunde haaren auch ganzjährig, andere – wie Pudel oder Malteser – wiederum gar nicht.

Fallen dem Hund jedoch auf einmal büschelweise die Haare aus, bekommt er kahle Stellen, dauerhaft dünneres Fell oder juckt sich auffallend oft, kann das ein Hinweis auf einen krankhaften Haarausfall (eine sogenannte Alopezie) sein.

 

Was bedeutet krankhafter Haarausfall bei Hunden?

Haarausfall (Alopezie) ist keine eigenständige Erkrankung, sondern immer ein Symptom einer bestimmten Ursache. Hunde jeden Alters und jeder Rasse können davon betroffen sein.

Einen Hund mit Haarausfall sollten Sie immer dem Tierarzt vorstellen!
Die zugrunde liegenden Ursachen können zwar harmlos sein, doch Haarausfall beim Hund kann auch ein Hinweis auf ernsthafte Erkrankungen ein.

 

Teilweiser oder vollständiger Haarausfall kann bei Hunden auf eine Vielzahl von Ursachen zurückzuführen sein, einschließlich Hautinfektionen, Parasiten, Allergien oder endokrine Störungen.

 

Welche Symptome können sich bei Hunden mit Haarausfall zeigen?

Haarausfall bei Hunden - Juckreiz

Haarausfall bei Hunden tritt oft in Verbindung mit starkem Juckreiz auf.

Abhängig von der zugrunde liegenden Ursache können sich bei einem krankhaften Haarausfall eine Vielzahl von Symptomen beim Hund zeigen:

  • Insgesamt dünner werdendes Fell
  • Vollständig kahle Hautstellen
  • Symmetrische Muster von Haarausfall auf beiden Körperseiten an der gleichen Stelle
  • Haarausfall rund um Augen und Maul
  • Trockene und schuppige Haut
  • Hautverfärbungen
  • Wunde, entzündete Haut im Bereich des Haarausfalls
  • Nässen oder Blutungen rund um den betroffenen Bereich
  • Stumpfes, trockenes oder fettiges, glanzloses Fell, ggf. Verfilzungen
  • Juckreiz
  • Fauliger Geruch

 

Ursachen für Haarausfall bei Hunden

Einige mögliche Ursachen für Haarausfall bei Hunden können sein:

  • Druckstellen (z.B. von einem schlecht sitzenden Geschirr)
  • Verletzungen oder Narben (z.B. nach einem operativen Eingriff)
  • Psychische Störungen, die z.B. zu nervösem Lecken oder Kauen des Hundes führen
  • Fremdkörper (Dornen, Holz- oder Glassplitter)
  • Infektionen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Pilze
  • Allergien (z.B. gegen Futter oder Hundeshampoo), häufig begleitet von Juckreiz
  • Mangelernährung und Fehlernährung
  • Impfreaktionen
  • Insektenstiche oder Parasiten wie Flöhe, Milben oder Haarlinge
  • Ungleichgewicht der Sexualhormone
  • Diabetes
  • Schilddrüsenstörungen
  • Reaktion auf eine Chemotherapie
  • Hautkrebs
  • Genetische Ursachen




Haarausfall beim Hund – Diagnose

Wie Sie sehen, kann es sehr viele unterschiedliche Gründe haben, wenn Ihr Hund unter Haarverlust leidet. Deshalb sollte er vom Tierarzt untersucht werden, um die Ursache zu bestimmen und die passende Behandlung zu finden.

Es ist oft schwierig, die wahre Ursache für den Haarausfall des Hundes zu finden.

Bei der Ursachenforschung wird Ihr Tierarzt auf verschiedene Gesichtspunkte achten:
Auftretende Symptome, Schwere des Haarausfalls, Zustand der Haut rund um die betroffenen Stellen und ob der Hund zusätzlich unter Juckreiz leidet oder schmerzende Hautstellen hat.

  • Muster des Haarausfalls – Haarausfall am ganzen Körper könnte ein Zeichen für eine bakterielle Infektion sein. Fleckiger Haarausfall könnte z.B. eine Pilzflechte als Ursache haben, aber auch Milben, Fremdkörper und anderes kommen in Frage. Beschränkt sich der Haarausfall auf den Rumpf und den Bereich der Schwanzwurzel, handelt es sich oftmals um eine Floh-Allergie. Haarausfall im Bereich der Pfoten und im Gesicht könnte auf eine Umwelt-Allergie zurückzuführen sein.
  • Blutbild – Anhand einer Blutuntersuchung lässt sich der Zustand des Immunsystems feststellen und Hinweise auf Erkrankungen wie Schilddrüsenstörungen, Diabetes oder Hormonanomalien finden.
  • Biopsie – Bei lang anhaltenden Hautschäden, die einfach nicht weggehen wollen, kann der Tierarzt eine Probe des betroffenen Bereichs zur Untersuchung ins Labor schicken. So lässt sich feststellen, ob es sich z.B. um Hautkrebs handelt, der entsprechend behandelt werden muss.
  • Hautabstrich – Mit der mikroskopischen Untersuchung eines Hautabstrichs lässt sich das Vorhandensein von Bakterien oder Pilzen feststellen.
  • Abschaben der Haut – Hiermit lässt sich z.B. Milbenbefall feststellen
  • UV-Licht – Einige Hautflechten lassen sich so feststellen, da sie unter UV-Beleuchtung grün-gelb leuchten
  • Allergietests – Haut- und/oder Blutuntersuchungen können ebenfalls dabei helfen, eine vorhandene Allergie aufzudecken

 

Die Behandlung von Haarausfall bei Hunden

Abhängig von der Diagnose der Ursache, stehen eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten des Haarausfalls bei Hunden zur Verfügung. Dabei wird auch immer versucht, eventuell vorhandene Entzündungen und auftretenden Juckreiz zu lindern.

  • Medikamente – Antibiotika gegen bakterielle Infektionen, Amtimyotika gegen Pilze und Flechten, Beruhigungsmittel gegen nervöses Kauen und Lecken, Schilddrüsenmedikamente und Hormone bei Haarausfall aufgrund von endokrinen oder hormonellen Störungen.
  • Immuntherapie – Liegt bei Ihrem Hund eine Umwelt-Allergie vor, kann eine Immuntherapie helfen. Dies kann eine längere Behandlung erfordern um Wirkung zu zeigen.
  • Medizinische Shampoos und Lotionen
  • Hypoallergenes Diätfutter – kann Haarausfall aufgrund von Nahrungsmittelallergien eindämmen.
  • Regelmäßige Flohprävention – verhindert Haarausfall aufgrund einer Flohallergie.
  • Insulintherapie – wenn Diabetes der Grund für den Haarausfall ist.
  • Weglassen von Allergieauslösern und ggf. eine Desensibilisierung, wenn eine Allergie der Auslöser ist.
  • Chirurgische Eingriffe – Um Hautkrebs und Tumore zu entfernen, zur Kastration bei hormonell bedingtem Haarausfall oder zur Entfernung von Fremdkörpern.

 

In manchen Fällen wird es nötig sein, dass Ihr Hund bis zur Abheilung der Ursache einen Kragen tragen muss. So wird verhindert, dass sich der Hund an den betroffenen Stellen leckt. Das kann eine ganze Weile dauern und die herkömmlichen Plastik-Trichter sind jedoch sehr unkomfortabel. Daher empfehle ich einen weichen Kragen zu verwenden.

 

Die meisten Fälle von Haarausfall beim Hund können, wenn die Ursache erst einmal herausgefunden wurde, gut therapiert werden. Wobei immer wiederkehrende Hauterkrankungen eine fortlaufende Behandlung erfordern können.

Führen Sie die Behandlung immer nach den Anweisungen Ihres Tierarztes durch.
Es werden Folgetermine nötig sein, um den Behandlungsfortschritt zu beobachten und sicherzustellen, dass wirklich die richtige Therapieform gewählt wurde.
Beobachten Sie die Haut Ihres Hundes und das Nachwachsen der Haare. Teilen Sie Ihrem Tierarzt alle Auffälligkeiten und Veränderungen mit.
So kann gegebenenfalls die Behandlung angepasst werden.

 

Haarausfall kann in manchen Fällen aber auch dauerhaft sein. So zum Beispiel, wenn er genetisch bedingt ist.

 

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

Homöopathische Mittel können in manchen Fällen erstaunliche Wirkungen bei Hunden mit Haarausfall zeigen.

Beim Zugrundeliegen einer psychischen Störung könnten Sie darüber nachdenken, einen Verhaltenstherapie zur Unterstützung durchzuführen. Dafür gibt es speziell ausgebildete Tierärzte und Hunde-Verhaltens-Therapeuten.

 

Wie können Sie die Behandlung unterstützen oder Haarausfall bei Hunden vorbeugen?

Mit einer ausgewogenen Ernährung, ausreichender Bewegung und regelmäßigem Bürsten ist schon viel zur Vorbeugung gegen Haarausfall getan.

Vor allem ältere Hunde sollten 1-2 mal jährlich im Rahmen des Alters-Check-Ups auf Diabetes und andere Stoffwechselstörungen untersucht werden.

Nachfolgend noch einige empfehlenswerte Produkte, mit denen Sie Ihren vierbeinigen Liebling bei Haut- und Haarproblemen unterstützen können:

 

 

 

 

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